Diesem Mysterium werde ich gleich auf den Grund gehen. Außerdem werde ich Ihnen verraten, was sich dementsprechend auch verändert hat. Aber jetzt möchte ich Sie nicht weiter auf die Folter spannen, sondern direkt loslegen.

Wenn Sie oder Ihr Administrator eine neue Microsoft Dynamics 365 Business Central SaaS-Umgebung erstellen, müssen die folgenden vier Eingabefelder mit Informationen gefüttert werden:

  • Environment Name
  • Type
  • Country
  • Version

Mit Hilfe des Feldes „Country“ entscheidet Microsoft dann zwei wichtige Dinge:

  • Welche Länder-Objekte und -Daten verwendet werden sollen.
  • Welches Azure-Rechenzentrum verwendet werden muss.

Wenn in der Vergangenheit „DE“ als „Country“ ausgewählt wurde, so wurde als Azure-Region „West Europe“ verwendet. „West Europe“ befindet sich in den Niederlanden und nicht in Deutschland.

Als ich das das erste Mal gelesen habe, war ich ein bisschen verwirrt, muss ich zugeben. Aber der Grund ist eigentlich ganz simpel, wie ich schnell erfahren habe.

Die zwei deutschen Rechenzentren stehen unter der Aufsicht, dem so genannten Datentreuhänder, der Telekom. Zwar kann Microsoft in diesen Regionen einen Teil seiner Produktpalette, wie Office 365, erste Dynamics 365 Module oder Power Apps an deutsche Kunden vertreiben, nicht aber Business Central. Kunden dafür wurden, wie bereits erwähnt, in die Niederlande verlegt.

Dem wollte Microsoft nun endlich entgegenwirken und brachte deshalb 2019 zwei weitere deutsche Azure-Rechenzentren an den Start:

  • „Germany West Central“ in Frankfurt
  • „Germany North“ in Berlin

Diese Azure-Regionen stehen nicht unter der Aufsicht der Telekom und können daher seit kurzem auch für deutsche Business Central Kunden genutzt werden.

Neu erstellte Umgebungen mit der ausgewählten Region „DE“ sollen nun im Azure-Rechenzentrum „Germany West Central“ (Frankfurt) erstellt werden.

Das ist aber noch nicht alles, denn bereits bestehende deutsche Umgebungen sollen automatisch mit kommenden regulären Updates von „West Europe“ aus den Niederlanden ebenfalls nach Frankfurt in „Germany West Central“ verschoben werden. Das Rechenzentrum „Germany North“ in Berlin soll bald folgen.