„Dieses war der vierte Streich…“

Also lautet ein Beschluß:
Daß der Mensch was lernen muß.
Nicht allein das Abc
Bringt den Menschen in die Höh,
Nicht allein im Schreiben, Lesen
Übt sich ein vernünftig Wesen;
Nicht allein in Rechnungssachen
Soll der Mensch sich Mühe machen;
Sondern auch der Weisheit Lehren
Muß man mit Vergnügen hören.

Das ist ein Zitat von Wilhelm Busch aus seinem Meisterwerk „Max und Moritz“. Es ist ein Teil des vierten Streichs, den Max und Moritz an Lehrer Lämpel verüben.

Was ist lebenslanges Lernen?

Wenn wir den Begriff „Lernen“ hören, haben wir meistens im ersten Moment eine klassische Schulsituation nach dem „Prinzip Frontalunterricht“ vor Augen, bei der die Schüler am Schreibtisch sitzen, in ihre Bücher starren und konzentriert zuhören, was die Lehrkraft erklärt.

Jedoch lernen wir jeden Tag auch außerhalb von Schule, Studium und Arbeit ständig Neues dazu. Das können die einfachsten Situationen im Alltag sein. Wenn wir zum Beispiel beim Autofahren geblitzt werden, weil wir zu schnell gefahren sind, lernen wir daraus, von da an besser auf das Tempolimit zu achten, damit das nicht nochmal passiert. Und eine neue Sprache werden wir erst dann fließend sprechen, wenn wir sie tagtäglich im Alltag anwenden. Irgendwann brauchen wir nicht mehr darüber nachzudenken und beherrschen Satzbau und Grammatik praktisch „im Schlaf“.

Dass Lernen viel mehr ist, als Gedichte zu analysieren und Matheaufgaben mit dem Satz des Pythagoras zu lösen, beinhaltete dieser Teil des Zitats von Wilhelm Busch, welches mittlerweile schon mehr als 150 Jahre auf dem Buckel hat:

„…Nicht allein im Schreiben, Lesen
Übt sich ein vernünftig Wesen;
Nicht allein in Rechnungssachen
Soll der Mensch sich Mühe machen.“

Unter lebenslanges Lernen fällt alles, was dazu beiträgt, unser individuelles Wissen, unsere Qualifikationen und Kompetenzen zu erweitern – im Rahmen einer persönlichen und sozialen Perspektive.

Warum ist lebenslanges Lernen wichtig?

Lebenslanges Lernen ist in jedem Berufsfeld wichtig, um sich nicht in der Komfortzone einzurichten und nach einiger Zeit im Alltagstrott zu stagnieren. Das gilt bei weitem nicht nur für Mitarbeitende, sondern auch für Unternehmer oder Selbstständige, die sich auf ihrem Fachgebiet ständig weiterbilden müssen, um immer neue Erfolge erzielen zu können.

Dadurch werden wir zudem selbstsicherer: Dank vieler verschiedener Erfahrungen und Erfolgserlebnisse trauen wir uns langfristig mehr zu, können besser mit neuen Situationen umgehen und gehen Aufgaben selbstbewusster an.

Welche Formen des Lernens gibt es – und welche ist am sinnvollsten?

Wie sieht heutzutage der Status quo im Bereich Weiterbildung aus?

Zum einen gibt es das klassische Präsenztraining. Das ist die traditionelle Form, wie Trainer und Dozenten ihr Wissen weitervermitteln. Hierbei nehmen Mitarbeitende direkt vor Ort an einer Veranstaltung wie einem Seminar, Vortrag, Workshop oder Lehrgang teil.

In den letzten Jahren hat sich auch das E-Learning als Lernform immer weiter etabliert. Hier lernen wir nicht face-to-face, sondern auf virtuellen Plattformen, etwa im Rahmen von Webinaren, Mobile Learning, Simulationen und Fernlehrgängen. Die Zeiten, in denen eine Weiterbildung ausschließlich mit hölzernen Konferenzräumen, schlechtem Kaffee und Frontalunterricht in Verbindung stand, sind jedenfalls längst vorbei.

Laut einer aktuellen Studie von t3n sind Fachliteratur, Videos und Online-Medien wie z. B. Blogs die Hauptquellen, die aktuell zur Weiterbildung genutzt werden. Insgesamt fällt hier außerdem auf: E-Learning spielt definitiv eine wichtige Rolle. Physische Seminare bzw. Schulungen landeten dagegen bloß im hinteren Mittelfeld.

Damit Schulungen den gewünschten Effekt erzielen: Wählen Sie das Budget großzügig

Wenn Sie sich für eine Schulung als Lernform entschieden haben, geht es im nächsten Schritt darum, den passenden Schulungsanbietenden zu finden. Entscheiden Sie sich nicht vorschnell für den Kandidaten mit den besonders günstigen Preisen, weil Sie hier auf Einsparpotenziale und gleichzeitig passable Ergebnisse hoffen. Sollten Sie nach diesem Prinzip vorgehen, könnte es sein, dass Sie am Ende eine böse Überraschung erleben.

Es ist sehr wichtig, ein großzügiges Budget und genügend Zeit einzuplanen, damit Ihr Team die Möglichkeit hat, auch wirklich etwas zu lernen. Gewöhnen Sie es sich also (wenn nötig) schnell ab, „jeden Cent zweimal umzudrehen“ wenn es um Schulungsbudgets geht.

Lebenslanges Lernen als Voraussetzung für eine gelungene digitale Transformation

Da die digitale Transformation niemals ein Ende haben wird, sondern kontinuierlich voranschreitet, ist eine wichtige Voraussetzung, dass Unternehmen nicht nur beim Thema Technologie immer auf dem neuesten Stand bleiben, sondern auch regelmäßig in die Qualifizierung der Mitarbeitenden investieren. Denn mit der Digitalisierung kommen immer neue Veränderungen auf uns zu, mit denen wir umgehen müssen. Neue Hardware lässt sich häufig sehr unkompliziert nach dem Plug-and-play-Prinzip in ein bestehendes System einbinden. Bei Menschen ist es aufwendiger, Veränderungen zu etablieren. Denn wir benötigen die passenden Fähigkeiten und das notwendige Wissen, um die Veränderungen bewältigen zu können. Diese erlangen wir nur, wenn wir uns immer wieder weiterbilden.

Und ganz wichtig: Lernen muss Spaß machen ☺️

Viele Menschen verbinden mit Lernen erst einmal eher negative Emotionen. Vor allem, wenn es um Schule oder Studium geht, fürchten wir die Anstrengung und den Zeitaufwand.

Doch hierbei und auch bei der Berufswahl gilt: Wir sollten uns für einen Beruf entscheiden, bei dem uns die Arbeit Spaß macht. Der Weg dahin ist jedoch oft schwer und mit vielen Erfahrungen verbunden. Die meisten Menschen probieren jahrelang diverse Arbeitsstellen aus und sammeln die unterschiedlichsten Erfahrungen in den verschiedensten Bereichen und Branchen, bis sie letztendlich den Beruf gefunden haben, der wirklich zu ihnen passt. Auch das ist ein Lernprozess.

Am besten, wir behalten Wilhelm Buschs Worte im Kopf:

„…auch der Weisheit Lehren
Muß man mit Vergnügen hören.“
„Lernen kann man, Gott sei Dank,
aber auch sein Leben lang.“

Das Zitat zierte sogar bereits eine Briefmarke: