Von Eulen und Lerchen Wie sich Chronoworking den
individuellen Biorhythmus
zunutze macht
individuellen
zunutze
Während manche Menschen früh morgens schon voller Energie und Tatendrang sind, laufen andere erst am Nachmittag zur Höchstform auf. Und trotzdem orientieren sich viele Arbeitsmodelle noch immer an festen Arbeitszeiten, die diese Unterschiede kaum berücksichtigen. Beim Chronoworking ist das anders: Das Konzept richtet die Arbeitszeit ⏰ nach dem individuellen Biorhythmus statt nach starren Vorgaben. Welche Vorteile bietet dieser Ansatz – sowohl für Mitarbeitende als auch für Unternehmen?
Chronoworking: Worum geht es bei dem Konzept?
Beim Chronoworking dreht sich alles um die innere Uhr. Diese steuert unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus, die Hormonproduktion und das Energieniveau im Tagesverlauf. Und sie hat beispielsweise auch Einfluss auf die tägliche Regulation der Körpertemperatur.
Das Arbeitsmodell „Chronoworking“ berücksichtigt diese biologischen Unterschiede und ermöglicht Mitarbeitenden, ihre Arbeitszeiten flexibel an ihre persönlichen Leistungshochs anzupassen. Sie richten sich dann nicht nach genauen Vorgaben (wie z. B. beim sogenannten „Nine to Five“-Modell), sondern nach dem individuellen Biorhythmus der einzelnen Personen. So kann es Mitarbeitende geben, die früh morgens um 5.30 Uhr schon ihren PC hochfahren und sich dann vergleichsweise früh in den Feierabend verabschieden. Wiederum andere starten beispielsweise erst um 10 Uhr und arbeiten dafür bis in die Abendstunden.
Eulen und Lerchen – die verschiedenen Chronotypen
Man unterscheidet beim Chronoworking vor allem zwischen zwei verschiedenen Chronotypen.
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Die Lerche („Morgentyp“) 🐦: Menschen, die zu diesem Chronotyp gehören, sind in der Regel schon früh morgens voller Energie und könnten sprichwörtlich Bäume ausreißen. Sie sind vormittags besonders leistungsfähig, dafür lässt ihre Energie aber auch abends schon früher nach.
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Die Eule („Abendtyp“) 🦉: Im Gegensatz zur Lerche kommen Menschen, die zum Chronotyp Eule gehören, morgens meist schwer in Gang. Sie sind nachmittags deutlich leistungsstärker – häufig können sie sogar bis spät in die Nacht produktiv arbeiten.
Die meisten Menschen sind nicht eindeutig einem Chronotyp zuzuordnen. Daher gibt es auch den sogenannten Mischtyp, der Eigenschaften von Lerche und Eule verbindet.
- Die Taube („Mischtyp“) 🕊️: Bei der Taube verteilt sich die Leistungsfähigkeit sehr gleichmäßig auf den Tag. Häufig gibt es zwei Konzentrationsspitzen, an denen eine besonders hohe Produktivität erzielt werden kann. Eine befindet sich meist am Vormittag und die zweite am frühen Nachmittag.
Zusätzlich gibt es auch unregelmäßige Typen, die keinem der Chronotypen zuzuordnen sind und einen sehr schwankenden Tagesrhythmus aufweisen. Sie können sich gut an wechselnde Umstände anpassen und Ihnen macht dann beispielsweise auch das Arbeiten im Schichtsystem nichts aus.
Wie finden Sie heraus, welcher Chronotyp Sie sind?
Zu welchem Chronotyp ein Mensch gehört, ist vor allem genetische Veranlagung (zu 40 bis 60 Prozent) und lässt sich nur bedingt verändern. Der Chronotyp kann sich aber im Laufe des Lebens durch verschiedene Einflüsse wie zum Beispiel das Alter und den Lichteinfluss automatisch anpassen.
Um erste Hinweise auf Ihren Chronotyp zu erhalten, können Sie zunächst Ihr Schlafverhalten beobachten und dokumentieren. Dazu sollten Sie versuchsweise (wenn möglich über mehrere Tage oder sogar Wochen) keinen Wecker stellen. Die regelmäßigen Zeiten, zu denen Sie einschlafen und aufwachen, spiegeln Ihren natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus ungefähr wider. Zur Dokumentation der Schlafdauer und der Schlafzeiten können Sie Schlaftagebücher oder Fitness-Tracker verwenden.
Zusätzlich können Sie auch Ihr Arbeitsverhalten und Ihre Konzentrationsfähigkeit beobachten und sich dabei folgende Fragen stellen:
Welche Aufgaben fallen Ihnen zu welcher Tageszeit am einfachsten? Wann fällt Ihnen die Bearbeitung komplexer Aufgaben am schwersten? Zu welchem Zeitpunkt können Sie sich am besten konzentrieren?
Für noch genauere Ergebnisse gibt es auch wissenschaftlich validierte Verfahren, mit denen Sie Ihren Chronotyp bestimmen lassen können.
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Produktivität, Work-Life-Balance und Bindung der Mitarbeitenden: Die Vorteile von Chronoworking
So profitieren sowohl Mitarbeitende als auch Unternehmen von dem Arbeitsmodell:
Vorteile für die Mitarbeitenden
- Höhere Produktivität: Anspruchsvolle oder kreative Aufgaben können in den Phasen erledigt werden, in denen die Konzentration am höchsten ist, während sich Routineaufgaben für die Zeiten mit etwas geringerer Leistungsfähigkeit einplanen lassen.
- Besseres Wohlbefinden der Mitarbeitenden: Chronoworking reduziert die mentale Erschöpfung und den Stresspegel der Mitarbeitenden. Es können sich zudem auch die Schlafqualität, die psychische Gesundheit und das körperliche Wohlbefinden verbessern, da die Mitarbeitenden nicht mehr gegen ihren natürlichen Tagesrhythmus ankämpfen.
- Bessere Work-Life-Balance: Chronoworking ermöglicht den Mitarbeitenden eine sehr hohe zeitliche Flexibilität, sodass sich die Freizeit viel freier und kreativer planen lässt. So ist es beispielsweise möglich, morgens ins Fitnessstudio zu gehen und so die überfüllten Stoßzeiten zu vermeiden. Auch private Verpflichtungen lassen sich viel unabhängiger in den Tagesablauf integrieren.
- Höhere Zufriedenheit und Motivation: Wenn die Mitarbeitenden ihre Arbeitszeiten an ihre persönlichen Leistungshochs anpassen können, stärkt das häufig ihre Motivation. Dies führt wiederum zu einem höheren Engagement und mehr Spaß bei der Arbeit und oft auch zu einer stärkeren Identifikation mit dem Unternehmen.
- Mehr Kreativität und Innovationsfähigkeit: Kreative Aufgaben lassen sich gezielt in den individuellen Hochphasen bearbeiten.
Vorteile für Unternehmen
- Stärkere Bindung der Mitarbeitenden: Flexible Arbeitszeitmodelle wie das Chronoworking erhöhen die Attraktivität eines Unternehmens – sowohl für potenzielle neue Mitarbeitende, die sich bewerben könnten, als auch für die bestehenden Mitarbeitenden. Denn zufriedene Mitarbeitende bleiben dem Unternehmen meistens länger treu.
- Bessere Arbeitsqualität: Die Mitarbeitenden erledigen ihre Aufgaben in den Zeitfenstern, in denen ihre Produktivität und Konzentration am höchsten sind. Dadurch sinkt die Fehlerquote und auch die Qualität der Arbeitsergebnisse kann zunehmen.
Die wichtigsten Voraussetzungen, dass die Zusammenarbeit gelingt
- Digitale Plattformen und Cloud-Technologien: Die erste Voraussetzung, damit Chronoworking überhaupt möglich ist, ist, dass Ihr Unternehmen mit digitalen Plattformen, Cloud-Technologien und guten Kommunikationstools arbeitet. Nur so ist sichergestellt, dass alle Mitarbeitenden jederzeit und sicher auf die notwendigen Daten zugreifen können.
- Konkrete Absprachen und Regeln für die Zusammenarbeit: Es sollte klare Absprachen zum Beispiel hinsichtlich der Erreichbarkeit geben, die am besten schriftlich festgehalten werden. So lassen sich Missverständnisse und unnötige Probleme vermeiden.
- Gegenseitiges Verständnis und Vertrauen: Chronoworking setzt eine Vertrauenskultur voraus. Der Fokus sollte immer auf den Arbeitsergebnissen und weniger auf der reinen Anwesenheit liegen.
- Transparente Kommunikation: Damit es nicht zu Missverständnissen kommt, wenn Mitarbeitende zu unterschiedlichen Zeiten an einer gemeinsamen Aufgabe arbeiten, sind eine offene Kommunikation und sorgfältige Dokumentation sehr wichtig.
- Selbstorganisation der Mitarbeitenden: Die Mitarbeitenden müssen in der Lage sein, ihre Arbeitszeiten eigenverantwortlich zu planen, sinnvolle Prioritäten zu setzen und ihre Aufgaben zuverlässig erledigen.
Gekonnt kommunizieren im asynchronen Arbeitsumfeld Warum Sie im Chat
nicht nur mit einem
„Hallo“ 👋 starten sollten
nicht nur
„Hallo“ 👋
Chronoworking: Ein Arbeitsmodell mit Zukunft?
Vom Chronoworking profitieren häufig beide Seiten: Die Mitarbeitenden erleben mehr Flexibilität und eine bessere Work-Life-Balance und stehen im Arbeitsalltag weniger unter Stress. Und das Unternehmen profitiert von einer höheren Produktivität, besseren Arbeitsergebnissen und einer stärkeren Bindung der Mitarbeitenden.
Allerdings eignet sich das Modell nicht für jede Branche und für alle Tätigkeitsbereiche. Vor allem wenn die Arbeit an feste Öffnungs- oder Produktionszeiten gekoppelt ist oder direkter Kontakt mit der Kundschaft stattfindet, lässt sich Chronoworking oft nur eingeschränkt umsetzen. Außerdem sind digitale Technologien, feste Absprachen, Transparenz und klare Kommunikation ein Muss.
Wo diese Voraussetzungen gegeben sind, kann Chronoworking allerdings für viele Unternehmen durchaus sinnvoll sein. Statt die Arbeitszeit an starren Vorgaben auszurichten, rückt der einzelne Mensch mit seinem individuellen Biorhythmus in den Mittelpunkt. Das ist ein Aspekt, der mit Blick auf den Wandel der Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung gewinnt. Digitalisierung und Flexibilität werden auch in Zukunft zu den Gamechangern in Unternehmen gehören.