Sofort-Kontakt

Kopfzeilen-Bild
Kopfzeilen-Filter
Kopfzeilen-SchrÀge

Change Management

Kopfzeilen-AnfĂŒhrungszeichen Die Menschen im Fokus Kopfzeilen-AnfĂŒhrungszeichen

Warum
Mitarbeitende
gegen
die
Digi­talisie­rung rebellieren Und wie Sie dem von Anfang an entgegen­wirken

Die digitale Transformation erfordert VerĂ€nderungen im großen Stil – scheitert am Ende aber nicht selten an Intrigen der eigenen Mitar­beitenden. Woran liegt das? Und wie können Sie Wider­stĂ€nde schon vor dem Projektstart erfolgreich abwenden?


Die Digitalisierung scheitert hĂ€ufig an den Mitarbeitenden – und nicht an der Technologie

Das Projekt klang so vielversprechend: Es sollte eine neue ERP-Software implementiert werden, um einen Großteil der Prozesse zu vereinfachen. Die GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Random Fitness GmbH – eines mittelstĂ€ndischen Handelsunternehmens fĂŒr Fitnesskleidung – hatte ein kleines interdisziplinĂ€res Projektteam zusammengestellt: vier HoffnungstrĂ€ger, deren Kompetenzen und Know-how sich ausgezeichnet ergĂ€nzten. Das Team hatte die Aufgabe, eine passende ERP-Lösung zu finden, deren EinfĂŒhrung zu planen und schließlich umzusetzen.

Aus heutiger Sicht zeigte sich jedoch schon frĂŒh, dass nicht genug auf die WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse aller Mitarbeitenden im VerĂ€nderungsprozess eingegangen worden war – obwohl sich schon zu Beginn Spannungen andeuteten, die jedoch nicht ernst genommen wurden. Man mĂŒsse ja nicht direkt „aus jeder MĂŒcke einen Elefanten machen“.

Folge 18

WiderstÀnde gegen die Digitalisierung

Die digitale Transformation erfordert VerĂ€nderungen im großen Stil – scheitert am Ende aber nicht 


Die digitale Transformation erfordert VerĂ€nderungen im großen Stil – scheitert am Ende aber nicht selten an Intrigen der eigenen Mitarbeitenden. Was können Sie tun, um diese WiderstĂ€nde bereits vor dem Projektstart abzuwenden?

Am Ende kam dann die ernĂŒchternde Erkenntnis: Das allgemeine Arbeitsklima schien nur fĂŒnf Monate nach Projektstart komplett vergiftet. Statt einer offenen Kommunikation war die AtmosphĂ€re geprĂ€gt von Irritationen und Intrigen der Mitarbeitenden. Und das Projekt Digitalisierung wurde erst einmal auf Eis gelegt.

Wie konnte es so weit ĂŒberhaupt kommen – der Projektplan, den Sie vor der ERP-EinfĂŒhrung sorgfĂ€ltig ausgearbeitet hatten, war doch perfekt durchgespielt und die neue Lösung passte wie die Faust aufs Auge?!

Viele Digitalisierungsprojekte in KMU scheitern nicht an Ihrer Technologie – sondern an Ihren Mitarbeitenden. Was sind typische Ursachen dafĂŒr? Und wie können Sie die WiderstĂ€nde in Ihrem Team frĂŒhzeitig erkennen und ihnen von Beginn an vorbeugen?

Unzufriedene Mitarbeitende im BĂŒro
Projektbeteiligte sind unzufrieden und ernĂŒchtert.

Mitarbeitende rebellieren gegen die Digitalisierung - 4 typische Ursachen erkennen, ĂŒberwinden und ihnen vorbeugen

1. Ursache: „Nicht wissen“

In einigen FĂ€llen rĂŒhrt die ablehnende Haltung gegenĂŒber der VerĂ€nderung von einem fehlenden VerstĂ€ndnis her. Diese Mitarbeitenden sind noch nicht davon ĂŒberzeugt, dass durch das VerĂ€nderungsprojekt in Zukunft etwas besser wird. Sie sehen und verstehen die Vorteile der Digitalisierung nicht.

Wie können Sie das verhindern?

Es kommt darauf an, dass Sie die betroffenen Mitarbeitenden sehr frĂŒh in das Projekt einbinden. ErklĂ€ren Sie Ihnen, warum es Zeit fĂŒr ein neues ERP-System ist – und machen Sie Ihnen deutlich, dass Ihre Konkurrenz teilweise schon viel weiter ist und Sie im Wettbewerb ĂŒberholen wird, wenn Sie nicht handeln.

Zeigen Sie ihnen dies anhand konkreter Fakten und Kennzahlen, damit das Ganze fĂŒr sie nicht bloß nach abstrakten Phrasen klingt. Vor allem sollten die Mitarbeitenden den Mehrwert fĂŒr sich selbst erkennen sowie die ganzheitliche Zielsetzung hinter dem Projekt verinnerlichen. Das stellt deren intrinsische Motivation sicher – auf die es am Ende ankommt: An welchen Stellen werde ich von monotonen AblĂ€ufen entlastet und kann mich interessanten, neuen Aufgaben widmen? Wo spare ich kĂŒnftig wie viel Zeit, z . B. in der Abstimmung mit Schnittstellen?

Was auch besonders wichtig ist: Verhindern Sie „Einbahnkommunikation“! FĂŒhren Sie Dialoge auf Augenhöhe, in denen Ihre Mitarbeitenden jederzeit Feedback anbringen können. Das legt den Grundstein fĂŒr gemeinsame Visionen – und ermöglicht es, neue Routinen zu schaffen, mit denen sich Ihre Mitarbeitenden identifizieren können.

2. Ursache: „Nicht können“

Hier mangelt es tatsĂ€chlich an Kompetenzen und Know-how mit Blick auf die neue Technologie. Oder aber es fehlen Sprachkenntnisse – in der digitalen Welt findet nun einmal Vieles auf Englisch statt.

Wie können Sie das verhindern?

Sorgen Sie dafĂŒr, dass die einzelnen Mitarbeitenden rechtzeitig die notwendigen Qualifikationen erwerben – sei es durch Einzel-Schulungen, Weiterbildungen oder (Online-)Workshops. DafĂŒr lohnt es sich auch, höhere Budgets anzusetzen. Sie investieren schließlich in die Zukunft!

Achten Sie darauf, dass die Mitarbeitenden dabei genug Zeit haben, sich die FĂ€higkeiten bzw. das Know-how anzueignen. Denn zu hoher Zeitdruck kann ebenso immer zu WiderstĂ€nden fĂŒhren. Es ist wichtig, dass Sie „lebenslanges Lernen“ im Unternehmen sicherstellen. Schließlich bleiben auch die digitalen Technologien nicht auf der Stelle stehen.

Außerdem: Der digitale Wandel kann oft nicht von der bestehenden Belegschaft allein bewerkstelligt werden. Es ist ebenso sinnvoll, auch neue junge Mitarbeitende ins Boot zu holen, die die VerĂ€nderung mit ihren visionĂ€ren Ansichten unterstĂŒtzen. Im „War for Talents" kann Ihnen dann auch Ihr IT-System einen Vorteil verschaffen.

Ermöglichen Sie dazu den kommunikativen Austausch zwischen den Mitarbeitenden. Das gelingt etwa, wenn Sie hierarchiefreie Open-Space-Lösungen und einladende GemeinschaftsrĂ€ume zur VerfĂŒgung stellen.

3. Ursache: „Nicht wollen“

In den meisten FĂ€llen liegt hier das Problem fĂŒr den Widerstand: und das ist ein MentalitĂ€tsproblem. Aus Misstrauen klammern sich die Mitarbeitenden am Status quo fest – und wehren sich mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen gegen die VerĂ€nderung.

Ein Grund kann etwa die Angst um den eigenen Arbeitsplatz sein. Nach dem Motto: „Wird mein Arbeitsplatz ĂŒberhaupt noch gebraucht, wenn ich jetzt daran mitarbeite, Technologien zu implementieren, die dann meinen aktuellen Job ĂŒbernehmen können?“. Das ist mit Blick auf die Automatismen in Business Central ja auch eine berechtigte Frage.

Auch die hohe Transparenz, die eine digitale Arbeitsweise mit sich bringt, fĂŒhrt hĂ€ufig zu Kopfzerbrechen. Es gibt die BefĂŒrchtung, das Ganze könne zu einer „digitalen Überwachung“ ausarten: Nachher werden wir noch zu ‘glĂ€sernen Mitarbeitenden’, die permanent ĂŒberwacht werden.

Wie können Sie das verhindern?

Nehmen Sie sich der Sorgen und BedĂŒrfnisse des Einzelnen an – und zwar schon bevor das Projekt startet! Fördern Sie eine Vertrauenskultur, in der Ihre Mitarbeitenden das GefĂŒhl haben, ihre Ängste und Sorgen jederzeit mitteilen zu können. Eine empathische Kommunikationspolitik mit passender Wortwahl ist das A und O. Das können Sie z . B. auch mit einem regelmĂ€ĂŸigen (digitalen) Projekt-Newsletter angehen.

Machen Sie die VerĂ€nderung als solche zum Thema. Und gehen Sie von Anfang an auf mögliche Schwierigkeiten proaktiv ein. Seien Sie dabei ehrlich: „Welche VerĂ€nderungen werden uns leicht fallen – und welche werden uns etwas mehr Kraft kosten? Was bereitet uns Sorgen? Welche konkreten Maßnahmen haben wir vor?“

Schaffen Sie neue Stellen, die ausschließlich intern zu besetzen sind. So erkennen Ihre Mitarbeitenden, dass sie keineswegs ĂŒberflĂŒssig werden. Die neuen Job- und Rollenprofile sollten Sie fĂŒr alle Mitarbeitenden klar definieren.

Neue Mitarbeitende können hier zudem dabei helfen, auf „Digitalisierungsgegner“ positiv einzuwirken und diese zu motivieren. Impulse auf Augenhöhe bringen manchmal viel mehr als der „Top-down-Ansatz“.

Motivierter Mann beim Springen
Digitale Transformation: Wann schaffen Sie den Absprung?

4. Ursache „Nicht dĂŒrfen“

Diese Gruppe ist zwar durchaus offen fĂŒr die VerĂ€nderung – das heißt, die Ursachen 1 bis 3 treffen nicht zu – es fehlen aber Ressourcen, um sie umzusetzen. Meist handelt es sich um finanzielle und zeitliche Knappheit.

Wie können Sie das verhindern?

Da hier kein Umdenken notwendig ist, ist dieser Widerstandstyp wahrscheinlich am einfachsten umzustimmen. Stellen Sie zunÀchst die dazu erforderlichen Budgets zeitnah bereit.

Und auch hier gilt: Geben Sie der VerĂ€nderung genĂŒgend Zeit! Eine digitale Transformation ist keine „Hauruck-Aktion“. Ihre Mitarbeitenden können sich nicht von heute auf morgen umstellen. Dazu mĂŒssen Sie sie eventuell ein StĂŒck weit von ihren Kernaufgaben entlasten.

Die digitale Transformation und der Widerstand: Unzertrennliche Zwillinge

Die Digitalisierung ist zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor geworden. Unternehmen, die hier nicht mithalten können, haben gegen ihre Konkurrenz heute praktisch keine Chance mehr – sie werden in diesem Marathonlauf einfach abgehĂ€ngt.

Der Wandel erfordert tiefgreifende VerÀnderungen in teils fest verankerten Prozessen und AblÀufen. VerÀnderung funktioniert jedoch nie ohne Widerstand! Die beiden Komponenten sind wie Zwillinge fest miteinander verbunden.

Machen Sie sich auch bewusst, dass die digitale Transformation ein langwieriger Prozess ist. Er wird nicht geradlinig verlaufen, sondern es wird immer unterschiedliche Phasen geben: Mal ĂŒberwiegt die allgemeine Euphorie, mal dominieren Phasen der Unsicherheit und des Misstrauens. Es kommt darauf an, diese immer frĂŒhzeitig zu erkennen und darauf einzugehen – um die WiderstĂ€nde nie zu groß werden zu lassen. Wenn Sie beginnen, VerĂ€nderungen zu etablieren, gehen Sie im Zweifel in kleineren Schritten vor.

Richtung Digitalisierung oder Richtung Stillstand
Unterwegs Richtung Digitalisierung oder Stillstand?

Verwandeln Sie WiderstĂ€nde in Chancen – mit einem gezielten Change Management

Ihre digitale Transformation braucht ein gezieltes Change Management, denn die VerÀnderung beginnt bei Ihren Mitarbeitenden!

Noch einmal die wichtigsten Punkte, die Sie beachten sollten:

  1. Binden Sie Ihre Mitarbeitenden schon in der Vorbereitungsphase ein und holen Sie sie ab – durch Transparenz, sichtbaren Mehrwert anhand von Kennzahlen und eine Kommunikation auf Augenhöhe.

  2. Ermöglichen Sie Ihren Mitarbeitenden alle notwendigen Qualifikationen rechtzeitig aufzubauen, vor allem im Hinblick auf neue Technologien und Sprachkenntnisse. Und streben Sie einen Mix aus Kernbelegschaft und neuen VisionÀren an, die sich gegenseitig bereichern.

  3. Nehmen Sie sich Zeit fĂŒr die Sorgen und Ängste Ihrer Mitarbeitenden, etwa vor einer „digitalen Überwachung". Und schaffen Sie Vertrauen, dass die Digitalisierung der richtige Weg ist. Thematisieren Sie proaktiv mögliche Stolpersteine im Projekt.

  4. Stellen Sie Ihren Mitarbeitenden in jeder Phase Budgets und genĂŒgend Zeit zur VerfĂŒgung.

Und sollte es in einzelnen Situationen gar nicht mehr anders gehen: NĂ€mlich, wenn simple Meinungsverschiedenheiten langsam aber sicher zu Intrigen mutieren
 Dann muss die GeschĂ€ftsfĂŒhrung notfalls mal ein Machtwort sprechen.

All diese Erkenntnisse hĂ€tten vermutlich auch die Random Fitness GmbH vor dem Debakel bewahren können. Deren Projekt war rĂŒckblickend von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Auch wenn jedes VerĂ€nderungsprojekt fĂŒr sich steht – sie alle sind neben der UnterstĂŒtzung durch kompetente Partner von demselben entscheidenden Faktor abhĂ€ngig: die Mitarbeitenden mĂŒssen die VerĂ€nderung mittragen.