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ERP-Implementierung

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Die MoSKaU-Methode: Wie Sie die Anforderungen an Ihre
ERP-Lösung
systematisch
filtern
und Ihr Projekt
erfolgreich
abschließen

Wenn ERP-Projekte scheitern, dann hĂ€ufig aus zwei einfachen GrĂŒnden. Erstens: Unternehmen wollen zu viel auf einmal verĂ€ndern. Zweitens: Sie versuchen, alte Gewohnheiten und Prozesse in die neue Umgebung zu ĂŒbertragen. Ärgerlich, denn beides lĂ€sst sich vermeiden. Probieren Sie es mal mit der MoSKaU-Methode!


Fehler Nr. 1 - Zu viele Funktionen auf der „Wunschliste“

Haben Sie auch diesen einen Bekannten, der Ihnen jedes Jahr schon Mitte November eine gefĂŒhlt kilometerlange Wunschliste fĂŒr Weihnachten ĂŒberreicht – mit lauter WĂŒnschen, die natĂŒrlich alle gleich wichtig sind? Genauso haben Unternehmen ĂŒberall auf der Welt mit Endanwendenden zu kĂ€mpfen, die sich fĂŒr ihre ERP-Lösungen weit mehr Funktionen wĂŒnschen, als sie tatsĂ€chlich bewĂ€ltigen können. DarĂŒber hinaus neigen viele Anwendende dazu, sich im Hinblick auf die verfĂŒgbare Zeit sowie ihre Konzentration, FĂ€higkeiten, Ausdauer und Motivation – teilweise sogar gnadenlos – zu ĂŒberschĂ€tzen.

Fehler Nr. 2 - Alte Prozesse und Gewohnheiten ĂŒbertragen

Ein weiterer kritischer Erfolgsfaktor eines ERP-Projekts ist die Übertragung von Prozessen und Gewohnheiten vom alten auf das neue System. Nach dem Motto: „Das haben wir ja schon immer so gemacht.“ Dieses Vorgehen ist besonders kontraproduktiv, wenn Unternehmen gezwungen sind, ihr GeschĂ€ft umzugestalten, um relevant zu bleiben. Es erklĂ€rt sich praktisch von selbst, dass VerĂ€nderungen dabei der einzige SchlĂŒssel zum Erfolg sind.

Die MoSKaU-Methode: Selektieren und priorisieren Sie Ihre Wunsch-Funktionen

Falls Sie in der Vergangenheit bereits in eine dieser – oder sogar beide – Fallen getappt sind: Haben Sie es schon einmal mit der „MoSKaU-Methode“ (im Englischen: „MoSCoW Method“) probiert?

Dabei handelt es sich um ein einfaches, aber sehr wirksames Tool fĂŒr Ihre (ERP-)Projektplanung, welches sich unter anderem sehr gut eignet, wenn Sie eine ERP-EinfĂŒhrung umsetzen möchten. Durch die Assoziation mit der Hauptstadt Russlands bleibt der Begriff sofort im Kopf, wenn man ihn nur einmal gehört hat.

Das Tool kann Sie davor bewahren, in die oben beschriebenen Fallen zu tappen, wenn es darum geht, die Anforderungen fĂŒr Ihre neue ERP-Lösung zu erfassen. So unterstĂŒtzt Sie die MoSKaU-Methode dabei, den Umfang Ihrer Projektphasen einzugrenzen und verhindert gleichzeitig, dass Sie ĂŒberholte Prozesse und Praktiken in das neue System integrieren.

Vier der Buchstaben in „MoSKaU“ stehen jeweils fĂŒr eine eigene PrioritĂ€ten-Kategorie. Alle Anforderungen und Wunsch-Funktionen Ihrer neuen ERP-Lösung sollten Sie jeweils einer Kategorie zuordnen:

  • Das M steht fĂŒr „Muss.“ Hier landen alle Funktionen, die unbedingt erforderlich sind, um mit der neuen Version oder Lösung arbeiten zu können. Hier gibt es keine Kompromisse!

  • Das S steht fĂŒr „Sollte“. Dabei geht es um wichtige Funktionen, die aber etwas weniger wichtig sind als die „Muss“-Elemente.

  • Das K steht fĂŒr „Kann“. Das ist die Kategorie mit den sogenannten „Nice-to-have“-Funktionen – schön, wenn sie dabei sind, aber nicht zwingend erforderlich.

  • Und schließlich steht das U fĂŒr „UnerwĂŒnscht.“ Das sind diejenigen Funktionen Ihres derzeitigen Systems, die Sie im neuen System nicht mehr haben wollen.

MoSKaU-Methode
Die MoSKaU-Methode als wirksames Tool fĂŒr die Projektplanung.

Nicht alles in den „Muss“-Korb legen: Erfolg beginnt mit klaren Entscheidungen

Die Idee ist, dass alle Abteilungen ihre WĂŒnsche in diese vier Kategorien aufteilen. Es kann helfen, die Anzahl oder den Wert der WĂŒnsche pro Kategorie zu begrenzen und vorzugeben – nĂ€mlich um zu verhindern, dass besonders clevere Kolleginnen und Kollegen einfach alles in den „Muss“-Korb legen.

Alle Anforderungen, die zu diesem Zeitpunkt nicht das „Go“ bekommen, kriegen bei der Definition der nĂ€chsten Projektphase eine neue Chance. Dann natĂŒrlich wieder auf Grundlage von MoSKaU.

Wichtig ist auch, dass Sie sich auf die letzte Kategorie konzentrieren: die Kategorie „UnerwĂŒnscht“. Hier sollten Sie Ihr Beschwerdemanagement und Ihre Umfragen zur Zufriedenheit der Kundschaft einbeziehen. Denn dort zeigt sich wohl am besten, wo Ihre Kundschaft Verbesserungsbedarf sieht.

Die StĂ€rke dieses Tools liegt vor allem auch in der Erkenntnis, dass der Projekterfolg mit klaren Entscheidungen beginnt – wie auch beim Go-Live des neuen Systems idealerweise mit der UnterstĂŒtzung Ihres Managements.

Ihre Key-Vorteile: Warum die MoSKaU-Methode Ihre Projektplanung besser macht

So viel zur praktischen Umsetzung der MoSKaU-Methode. Da es sich um ein einfaches, verbales und intuitives Tool handelt, kann es zudem sehr hilfreich sein bei der Kommunikation Richtung Kundschaft bzw. Richtung Auftraggebenden.

Mithilfe von MoSKaU kategorisieren und priorisieren Sie Ihre geplanten Anforderungen. Das ermöglicht eine systematischere Planung des ERP-Projekts und schafft einen guten Überblick fĂŒr das gesamte Projektteam. Außerdem verhindert ein solches Vorgehen natĂŒrlich, dass Sie sich mit zu vielen Funktionen ĂŒbernehmen.

Dadurch, dass Sie unerwĂŒnschte Funktionen in einer frĂŒhen Phase eliminieren, fokussieren Sie sich von Beginn an nur auf die wirklich sinnvollen Funktionen. Sie arbeiten effizienter und die Gesamtvision des Projekts wird deutlicher.

Die Einfachheit der Methode lĂ€sst kaum Platz fĂŒr Unklarheiten – ist aber dennoch flexibel genug, um bei anfĂ€nglichen Unstimmigkeiten Spielraum fĂŒr interne Diskussionen ĂŒber die einzelnen Anforderungen zu lassen.

Trotz großer Beliebtheit in der Praxis: Hier mĂŒssen Sie noch „nachschĂ€rfen“

Die Methode punktet definitiv mit ihrer Einfachheit – hat gleichzeitig aber auch einen subjektiven Charakter. Sie basiert schließlich nicht auf einer zahlenorientierten Statistik, die Ihnen unmissverstĂ€ndliche Ergebnisse liefert. So kann es manchmal schwerfallen, wirklich trennscharf zwischen „Sollte“ und „Kann“ zu unterscheiden. Wo genau liegt die Grenze zwischen „Wichtig“ und „Etwas weniger wichtig“? Das bedarf im Zweifel einer subjektiven EinschĂ€tzung – die dann nicht selten fĂŒr Diskussionsstoff sorgen kann.

Bei der Kategorie „UnerwĂŒnscht“ kann es außerdem zu MissverstĂ€ndnissen kommen. Geht es jetzt darum, dass eine Funktion bloß nicht in einer spezifischen Version integriert werden soll – oder soll sie komplett gestrichen werden? Das mĂŒssen Sie direkt am Anfang klarstellen. Möglicherweise ist dabei auch eine weitere Unterteilung sinnvoll. Das Gleiche gilt auch fĂŒr die Priorisierung innerhalb einer Kategorie.

Unser Tipp: Nutzen Sie die MoSKaU-Methode, um Ihr ERP-Projekt mit höherer Wahrscheinlichkeit erfolgreich abzuschließen

Die MoSKaU-Methode setzt genau bei den zwei kritischen Erfolgsfaktoren Ihres ERP-Projekts an:

  1. Sie verabschieden sich von einer ausufernden Wunschliste – da Sie die Anforderungen an Ihre neue ERP-Lösung kategorisieren und priorisieren und alle unwichtigen bzw. unnötigen Funktionen eliminieren.

  2. Und Sie verhindern, dass die aktuellen Funktionen einfach 1:1 in das neue System ĂŒbertragen werden – da Sie sie noch einmal komplett durchdenken.

Unser Fazit lautet: Trotz der kleineren SchwĂ€chen kann die MoSKaU-Methode auf jeden Fall ein wirksames ergĂ€nzendes Tool fĂŒr die Planung Ihres ERP-Projekts sein.

Denken Sie immer daran: Ihr ERP-Projekt ist eine ernsthafte Investition. Daher sollten Sie bei der Planung nichts dem Zufall ĂŒberlassen. Unternehmen, die die MoSKaU-Prinzipien anwenden, werden ihre Projekte am Ende mit höherer Wahrscheinlichkeit erfolgreich abschließen. Wenn Sie dann noch mit den richtigen Partnern und einem motivierten Team zusammenarbeiten – umso besser! Wenden Sie sich gerne an uns, wenn Sie noch UnterstĂŒtzung bei Ihrem ERP-Projekt benötigen.

MoSKaU-Methode-Pyramide
Mit der MoSKaU-Methode nichts dem Zufall ĂŒberlassen.